Starnberg entstand rund um eine Burg auf dem Moränenhügel an der Nordspitze des Sees. Jahrhundertelang war es ein bescheidener Ort unterhalb einer herzoglichen Sommerresidenz; erst Dampfschiffe und Eisenbahn machten es im 19. Jahrhundert zum Seebad der Münchner und 1912 zur Stadt.
Anfänge
- 948/957Der heutige Ortsteil Achheim wird als „Ouiheim“ erwähnt. Das Fischerdorf Achheim lag südlich der späteren Burg.
- 1208Ein Ritter Wernher, Ministeriale der Grafen von Andechs-Meranien, wird genannt; auf ihn soll der Ortsname zurückgehen.
- 1226Der Name „Starnberch“ taucht erstmals auf – für eine Siedlung nördlich von Ouiheim.
- 1244Die Burg wird als „Starnberch Castrum“ im Besitz der Grafen von Andechs-Meranien erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Entmachtung der Andechser in den 1240er-Jahren geht sie an die Wittelsbacher Herzöge über.
Schloss Starnberg
- 15. JahrhundertAus der Wehranlage wird eine Sommerresidenz des Münchner Hofes.
- 1541Herzog Wilhelm IV. lässt die mittelalterliche Burg abbrechen und einen Renaissancebau errichten; unter Herzog Albrecht V. wird daraus ein Jagd- und Lustschloss. Schon ab 1490 entstand am Schloss ein Schiffspark.
- 1662–1663Kurfürst Ferdinand Maria lässt für Henriette Adelaide das Prunkschiff Bucentaur nach venezianischem Vorbild bauen; die Seefeste des Hofes dauern bis Mitte des 18. Jahrhunderts.
- Dreißigjähriger KriegDas Schloss wird verwüstet und verliert seine Bedeutung als Sommerresidenz; der Hof bevorzugt später die Schlösser Berg und Possenhofen.
- Anfang 19. JahrhundertIm Schloss sind ein Landgericht, ein Rentamt und ein Forstamt untergebracht.
Heute nutzt das Finanzamt Starnberg das Schloss; 2001 wurde der historische Säulensaal zum Servicezentrum umgebaut. Das Gebäude ist nur von außen zu besichtigen.
Kirche St. Josef
Die Kirche St. Josef steht auf dem Höhenrücken im Westen der Stadt, neben dem Schloss. Der Grundstein wurde am 13. Mai 1764 gelegt, geweiht wurde sie am 6. August 1770. Die Pläne stammen von Leonhard Matthäus Gießl; sie ersetzte das frühere Gäste- und Tanzhaus des Schlosses, das „Sommerhaus“.
Der vergoldete Hochaltar aus Lindenholz mit weiß gefassten Figuren ist ein Werk von Ignaz Günther. Die Fresken malte Christian Wink 1765–1766 – sein erster vollständiger Zyklus. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.
Schlossgarten Starnberg
Zwischen Schloss und St. Josef liegt auf den alten Schlossmauern der kleine Schlossgarten. Er ist frei zugänglich, seit 1979 wieder barock gestaltet und bietet einen Blick über Stadt und See.
Dampfer, Eisenbahn und Sommerfrische
Im 19. Jahrhundert wurde der See zur beliebtesten Sommerfrische der Münchner Gesellschaft. Erst die Dampfer, dann die Eisenbahn brachten die Gäste nach Starnberg; Villen und Badeanstalten folgten.
- 1827–1848Johann Ulrich Himbsel lässt sich in Leoni am Ostufer nieder; 1848 erhält er die Genehmigung für Dampfschiff und Eisenbahnlinie.
- 1851In Starnberg läuft der Salondampfer „Maximilian“ vom Stapel.
- 1854Die Eisenbahn München–Starnberg wird eröffnet. Der Ort zählt damals 65 Anwesen.
- 1865Die Strecke wird bis Tutzing und Weilheim verlängert.
- 1900384 Anwesen und 4.531 Einwohner; Kanalisation (1890) und ein erstes Elektrizitätswerk (1897) sind entstanden.
- 1905Am Seeufer eröffnet das „Undosa“, das erste Wellenbad Deutschlands; 1911 werden 1.268 Kurgäste gezählt.
- 1912Starnberg erhält die Stadtrechte.
Jüngere Geschichte
- 1962Der Würmsee wird amtlich in Starnberger See umbenannt.
- 1972Starnberg wird an die Münchner S-Bahn angeschlossen; Hanfeld wird eingegliedert.
- 1977Beginn der Städtepartnerschaft mit Dinard in der Bretagne.
- 1978Mit der Gemeindegebietsreform kommen sechs ehemalige Gemeinden hinzu; die Stadt umfasst heute 61,92 km².
Heute ist Starnberg Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Oberbayern, mit 24.471 Einwohnern (31. Dezember 2024), rund 25 km südwestlich von München.
Quellen: Wikipedia (Starnberg) · Wikipedia (englisch) · Wikipedia (Schloss Starnberg) · Wikipedia (St. Josef) · StarnbergAmmersee.de. Stand: 8. Oktober 2026.
