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Geschichte & Kunst in Starnberg

Von der Burg „Starnberch“, im 13. Jahrhundert erstmals genannt, über Dampfer, die Eisenbahn von 1854 und die Sommerfrische der Münchner – bis zu den Malern des Sees.

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Starnberg entstand rund um eine Burg auf dem Moränenhügel an der Nordspitze des Sees. Jahrhundertelang war es ein bescheidener Ort unterhalb einer herzoglichen Sommerresidenz; erst Dampfschiffe und Eisenbahn machten es im 19. Jahrhundert zum Seebad der Münchner und 1912 zur Stadt.

Anfänge

  1. 948/957Der heutige Ortsteil Achheim wird als „Ouiheim“ erwähnt. Das Fischerdorf Achheim lag südlich der späteren Burg.
  2. 1208Ein Ritter Wernher, Ministeriale der Grafen von Andechs-Meranien, wird genannt; auf ihn soll der Ortsname zurückgehen.
  3. 1226Der Name „Starnberch“ taucht erstmals auf – für eine Siedlung nördlich von Ouiheim.
  4. 1244Die Burg wird als „Starnberch Castrum“ im Besitz der Grafen von Andechs-Meranien erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Entmachtung der Andechser in den 1240er-Jahren geht sie an die Wittelsbacher Herzöge über.

Schloss Starnberg

Schloss Starnberg von Osten, über der Stadt
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  1. 15. JahrhundertAus der Wehranlage wird eine Sommerresidenz des Münchner Hofes.
  2. 1541Herzog Wilhelm IV. lässt die mittelalterliche Burg abbrechen und einen Renaissancebau errichten; unter Herzog Albrecht V. wird daraus ein Jagd- und Lustschloss. Schon ab 1490 entstand am Schloss ein Schiffspark.
  3. 1662–1663Kurfürst Ferdinand Maria lässt für Henriette Adelaide das Prunkschiff Bucentaur nach venezianischem Vorbild bauen; die Seefeste des Hofes dauern bis Mitte des 18. Jahrhunderts.
  4. Dreißigjähriger KriegDas Schloss wird verwüstet und verliert seine Bedeutung als Sommerresidenz; der Hof bevorzugt später die Schlösser Berg und Possenhofen.
  5. Anfang 19. JahrhundertIm Schloss sind ein Landgericht, ein Rentamt und ein Forstamt untergebracht.

Heute nutzt das Finanzamt Starnberg das Schloss; 2001 wurde der historische Säulensaal zum Servicezentrum umgebaut. Das Gebäude ist nur von außen zu besichtigen.

Adresse Schlossbergstraße, 82319 StarnbergHeute Finanzamt

Kirche St. Josef

St. Josef, die Rokokokirche neben dem Schloss
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Die Kirche St. Josef steht auf dem Höhenrücken im Westen der Stadt, neben dem Schloss. Der Grundstein wurde am 13. Mai 1764 gelegt, geweiht wurde sie am 6. August 1770. Die Pläne stammen von Leonhard Matthäus Gießl; sie ersetzte das frühere Gäste- und Tanzhaus des Schlosses, das „Sommerhaus“.

Der vergoldete Hochaltar aus Lindenholz mit weiß gefassten Figuren ist ein Werk von Ignaz Günther. Die Fresken malte Christian Wink 1765–1766 – sein erster vollständiger Zyklus. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Adresse Schlossbergstraße 3, 82319 StarnbergErbaut 1764–1770

Schlossgarten Starnberg

Zwischen Schloss und St. Josef liegt auf den alten Schlossmauern der kleine Schlossgarten. Er ist frei zugänglich, seit 1979 wieder barock gestaltet und bietet einen Blick über Stadt und See.

Dampfer, Eisenbahn und Sommerfrische

Im 19. Jahrhundert wurde der See zur beliebtesten Sommerfrische der Münchner Gesellschaft. Erst die Dampfer, dann die Eisenbahn brachten die Gäste nach Starnberg; Villen und Badeanstalten folgten.

  1. 1827–1848Johann Ulrich Himbsel lässt sich in Leoni am Ostufer nieder; 1848 erhält er die Genehmigung für Dampfschiff und Eisenbahnlinie.
  2. 1851In Starnberg läuft der Salondampfer „Maximilian“ vom Stapel.
  3. 1854Die Eisenbahn München–Starnberg wird eröffnet. Der Ort zählt damals 65 Anwesen.
  4. 1865Die Strecke wird bis Tutzing und Weilheim verlängert.
  5. 1900384 Anwesen und 4.531 Einwohner; Kanalisation (1890) und ein erstes Elektrizitätswerk (1897) sind entstanden.
  6. 1905Am Seeufer eröffnet das „Undosa“, das erste Wellenbad Deutschlands; 1911 werden 1.268 Kurgäste gezählt.
  7. 1912Starnberg erhält die Stadtrechte.

Jüngere Geschichte

  1. 1962Der Würmsee wird amtlich in Starnberger See umbenannt.
  2. 1972Starnberg wird an die Münchner S-Bahn angeschlossen; Hanfeld wird eingegliedert.
  3. 1977Beginn der Städtepartnerschaft mit Dinard in der Bretagne.
  4. 1978Mit der Gemeindegebietsreform kommen sechs ehemalige Gemeinden hinzu; die Stadt umfasst heute 61,92 km².

Heute ist Starnberg Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Oberbayern, mit 24.471 Einwohnern (31. Dezember 2024), rund 25 km südwestlich von München.

Quellen: Wikipedia (Starnberg) · Wikipedia (englisch) · Wikipedia (Schloss Starnberg) · Wikipedia (St. Josef) · StarnbergAmmersee.de. Stand: 8. Oktober 2026.

Die Maler des Sees

„Viele Künstler wie Wassily Kandinsky, Christian Morgenstern, Edward Cucuel, Johann Gottfried Steffan oder Stephanie von Fürstenberg malen oder malten rund um den Starnberger See“ – so stand es auf dem ersten VisitStarnberg.com. Das berichten die Quellen über sie.

Wassily Kandinsky

1866–1944

Ein kleines Ölbild auf Karton mit dem Titel Starnberger See (1908, 30,5 × 39 cm) ist unter seinem Namen im Fotoarchiv der Fondazione Ragghianti verzeichnet.

Christian Morgenstern

1805–1867 · Landschaftsmaler

Der gebürtige Hamburger zog 1830 nach München und gilt als einer der wichtigsten frühen Vertreter des malerischen Realismus in Deutschland. Ab 1860 verbrachte er die Sommer oft mit Familie und Freunden am Chiemsee und am Starnberger See. Er war der Großvater des Dichters Christian Morgenstern (1871–1914).

Edward Cucuel

1875–1954

In San Francisco geboren und in Paris ausgebildet, ließ er sich 1907 in München nieder und trat der Münchner Secession bei. Er malte idyllische, impressionistische Freilichtszenen, oft mit jungen Frauen. Ab 1914 lebte er in Holzhausen am Ammersee und hatte ein Atelier in Starnberg, der Heimatstadt seines Vaters, bevor er Deutschland 1939 verließ.

Johann Gottfried Steffan

1815–1905

Schweizer Maler aus Wädenswil, der in München arbeitete, bekannt für idealisierte Landschaften der Münchner Schule, vor allem Gebirge und Voralpenland. Das Kunsthaus Zürich besitzt seine Terrainstudie am Starnberger See (1872, Öl auf Papier auf Leinwand).

Stephanie von Fürstenberg

zeitgenössische Malerin

Zeitgenössische Malerin leuchtender Farben und poetischer Bildtitel. Ihre Website nennt unter anderem Ausstellungen in Gauting, München, Zürich und New York.

Blick über Starnberg – Foto: Martinus Ke (vom ersten VisitStarnberg.com)

Deutscher Expressionismus im Buchheim Museum, Bernried

Quellen: erstes VisitStarnberg.com (Liste der Maler) · Fondazione Ragghianti (Kandinsky) · Wikipedia (Christian Morgenstern, Maler) · Wikipedia (Edward Cucuel) · Wikipedia (J. G. Steffan) · Kunsthaus Zürich · vonfuerstenberg.com. Stand: 8. Oktober 2026.